Welser Tiergarten erneuert sich fĂŒr âStadt der GĂ€rtenâ
Neuer Haustierbereich
Gestartet wird gleich mit dem finanziell gröĂten Brocken: Die Neugestaltung des rund 1.400 Quadratmeter groĂen Haustierbereiches macht rund 250.000 Euro aus. FĂŒr die Umbauarbeiten ist dieser nördliche Teil des Areals (Eingang Maria-Theresia-StraĂe bis TiergartenbrĂŒcke ĂŒber den MĂŒhlbach) von Dienstag, 7. April bis etwa Anfang Juni fĂŒr die Besucher gĂ€nzlich gesperrt. Der Durchgang von Nord nach SĂŒd und umgekehrt bleibt durch die EingĂ€nge Herminenhof und Messe gewĂ€hrleistet.
Entstehen soll ein Offenfrontstall mit Bauernhof-Ambiente: Unter einem Vordach besteht ein guter Einblick in die Stallbuchten der Kunekune Schweine, Tauernscheckenziegen und Ouessant-Schafe. Letztere können kĂŒnftig mit den Besuchern in einer Begegnungszone auf TuchfĂŒhlung gehen. Die Kaninchen bleiben von den Besuchern getrennt, eine FĂŒtterung mit Gras beziehungsweise Heu durch die Abtrennung wird möglich sein. Eine Stallbucht ist fĂŒr die GĂ€ste nutzbar und bietet einen Ort unter Dach fĂŒr KinderfĂŒhrungen bei Schlechtwetter. Die Zackelschafe kommen in den Osten des Bereiches, die Appenzeller SpitzhaubenhĂŒhner dĂŒrfen frei herumlaufen. Die Begegnungszone und die Koppeln erhalten zusĂ€tzliche teils blĂŒhende BĂ€ume und die FreiflĂ€che einen kleinen Blumen-Bauerngarten.
Weiterer Verlauf
Nach Beendigung dieses Bauabschnittes im Norden sind fĂŒr die weiteren BaumaĂnahmen â die hauptsĂ€chlich im sĂŒdlichen Bereich stattfinden werden â keine Totalsperren mehr nötig. Allerdings kommt es entsprechend des Zeitplans rund um die jeweiligen Gehege zu zeitweiligen Absperrungen und Abweichungen von der regulĂ€ren RoutenfĂŒhrung. Nachstehend der Ăberblick aus heutiger Sicht:
Ausweichquartier QuarantĂ€nestation und Wirtschaftshof (rund 230.000 Euro, nach Ostern bis etwa Mitte Mai): Beide bestehenden GebĂ€ude sind total veraltet und werden daher zeitlich parallel zum Haustierbereich abgerissen. Die am gleichen Ort zu errichtende moderne QuarantĂ€nestation wird dem Tiergarten nach dem EU-Tiergesundheitsrecht (Animal Health Law, AHL) die âGenehmigung des Status geschlossener Betriebeâ sichern, die u.a. fĂŒr die Verbringung von Primaten erforderlich ist.
Arainsel (rund 80.000 Euro) und BuffetvoliĂšre (rund 150.000 Euro, beides Anfang Juni bis etwa Ende September): Vom Buffet aus sollen die GĂ€ste nach der Sanierung und Adaptierung der bestehenden VoliĂšren Zwergmangusten mit Opal- und Blauracken beziehungsweise mit Decken- und Rotschnabeltokos beobachten können. Und damit die farbenprĂ€chtigen Papageien ganzjĂ€hrig als Blickfang dienen, bekommen sie ein neues Winterhaus in doppelter GröĂe mit besserem Besuchereinblick.
Ausstellungs- und Echsenplatz (rund 120.000 Euro, Mitte Juni bis etwa Ende Juli): Der Bereich zwischen Eingang Messe und Buffet beherbergt derzeit die Ă€ltesten und baufĂ€lligen TierhĂ€user. Nach deren Abriss soll gleich beim Eingang vom MessegelĂ€nde aus rund ein Drittel der FlĂ€che als Ausstellungsplatz zu Themen des Tiergartens, der Landesgartenschau und der NaturschauplĂ€tze Oberösterreichs dienen. Der Platz kann mit einem Pavillon ĂŒberspannt werden. Daran angrenzend kommen Sitzgelegenheiten, ein Spielbrunnen fĂŒr Kinder sowie Gehege fĂŒr die Zauneidechsen.
GroĂe begehbare FlugvoliĂšre (rund 140.000 Euro, Mitte Juli bis Anfang September): An die Stelle der derzeitigen veralteten Gehege fĂŒr die Kuhreiher, die Luchse und die Kunekune Schweine kommt eine FlugvoliĂšre fĂŒr winterfeste Flamingos sowie Austernfischer, KampflĂ€ufer, Kuhreiher und SĂ€belschnĂ€bler, die von den Tiergartenbesuchern durchquert werden kann.
Hirschgehege (rund 18.000 Euro) und groĂer Pelikanteich (rund 27.000 Euro, beides Mitte Juli bis Anfang September): Dort werden die umgebenden ZĂ€une jeweils komplett saniert. Bei der Gestaltung wird darauf geachtet, FunktionalitĂ€t und traditionelles Erscheinungsbild zu vereinen.
Attraktivierung der Parkanlage durch Bepflanzungen und Wegesanierungen (rund 150.000 Euro, Anfang September bis Mitte MĂ€rz): Die BautĂ€tigkeiten der Freiraumplanung fĂŒr die Landesgartenschau âStadt der GĂ€rtenâ schlieĂen nahtlos an die Bauarbeiten bei den Gehegen an. Geplant ist dabei u.a. Folgendes: Bepflanzungen zwischen Zaun und Gehege, kleine gĂ€rtnerisch gestaltete Hotspot-PlĂ€tze (darunter einige fixe Infopoints), blĂŒhende StrĂ€ucher und Kletterpflanzen, FrĂŒhblĂŒher als erste Farbtupfer nach dem Winter und eine EchsenstraĂe ausgehend vom Ausstellungsplatz.
Allgemeines
Die PrĂ€sentation der UmbaumaĂnahmen verbanden BĂŒrgermeister Dr. Andreas Rabl und Tiergarten-Referent Stadtrat Thomas Rammerstorfer gleich mit ihrem traditionellen âAntrittsbesuchâ bei den im FrĂŒhling zahlreichen Tierkindern: Sowohl bei den Zackel- als auch bei den Ouessant-Schafen tollen bereits einige LĂ€mmer herum. Im Bereich der Primaten sind bei den Kattas und den Bartaffen Jungtiere auf die Welt gekommen. Und demnĂ€chst sollten bei den TrauerschwĂ€nen drei KĂŒken schlĂŒpfen.
Vorerst beendet ist â wie vom zustĂ€ndigen Stadtrat Thomas Rammerstorfer bereits angekĂŒndigt â die Luchshaltung im Welser Tiergarten: Nach dem Ableben von Kater âBurliâ vergangenen Sommer ist nun auch seine Partnerin âFuchurâ nicht mehr. Die KĂ€tzin wurde 2005 im deutschen Wildpark Ortenburg geboren und kam ein Jahr spĂ€ter nach Wels. Dort bekam sie zusammen mit dem aus dem Cumberland Wildpark in GrĂŒnau im Almtal stammenden âBurliâ acht Junge. Beide erreichten ein sehr hohes Alter: âBurliâ musste mit 19 eingeschlĂ€fert werden, âFuchurâ mit 21. Sie litt in den vergangenen Jahren zunehmend unter Arthrose und verweigerte am Schluss auch die Nahrungsaufnahme.
Das Veranstaltungsprogramm ist heuer aufgrund der Bauarbeiten etwas eingeschrĂ€nkt: Am Donnerstag, 18. Juni gastiert Helmut Wittmann wieder bei der Sommernacht des MĂ€rchens. Stadtrat Thomas Rammerstorfer wird als Nikolaus am Sonntag, 6. Dezember die kleinen GĂ€ste erfreuen. Am Donnerstag, 24. Dezember besteht die Möglichkeit, mit den Tieren die Wartezeit auf das Christkind zu ĂŒberbrĂŒcken. Details folgen jeweils zeitgerecht. Geöffnet ist ganzjĂ€hrig bei freiem Eintritt noch bis Mitte Oktober von 07:00 bis 19:45 Uhr und dann wieder bis Mitte MĂ€rz von 08:00 bis 16:45 Uhr. NĂ€here Infos unter wels.at/tiergarten sowie zum Verein unter www.tiergartenfreunde.at im Internet!
Zitate
BĂŒrgermeister Dr. Andreas Rabl: âRund 90 verschiedene Tierarten leben bei uns im Tiergarten. Dieser ist mit rund drei Hektar auch eine der gröĂten öffentlichen GrĂŒnanlagen in Wels. Die Einbindung in die Landesgartenschau âStadt der GĂ€rtenâ lag daher auf der Hand und geht nun in die Umsetzung. Mit den umfangreichen Neuerungen werden Tier und Mensch auch nach 2027 noch viel Freude haben!â
Stadtrat Thomas Rammerstorfer (Tiergarten): âDer Tiergarten ist ein Herzensort fĂŒr Generationen von Welserinnen und Welsern, zieht aber auch viel Besuch aus dem Umland an. Mit diesem bislang gröĂten Erneuerungsprogramm in seiner bald 100-jĂ€hrigen Geschichte machen wir ihn fit fĂŒr kommende Jahrzehnte, ohne dass er dabei etwas von seinem alten Charme verliert. Zum Thema Luchse habe ich verfĂŒgt, keine neuen Tiere anzuschaffen. Unser Gehege entsprach zwar den gesetzlichen Anforderungen, fĂŒr die Haltung sind jedoch gröĂere Einrichtungen wie Wildparks besser geeignet.â
Bildhinweise: kontur ZT GmbH (Visualisierungen) beziehungsweise Stadt Wels (ĂŒbrige Fotos). Bei Nennung Abdruck jeweils honorarfrei.