Wels macht auf Equal Care Day aufmerksam
âCare-Arbeitâ beinhaltet Hausarbeit, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und jede Menge mentale Last (Mental Load) durch die oft stressige Organisation und Planung all dieser Aufgaben. Noch immer sind es in der Regel Frauen, die auf diese Weise unbezahlt fĂŒr einen reibungslosen Ablauf zu Hause sorgen. Ăbersehen wird dabei oft, dass die dafĂŒr aufgewendete Zeit in der bezahlten Erwerbsarbeit fehlt. Aus diesem Grund empfiehlt der vom Frauenausschuss des StĂ€dtebundes mit der Arbeiterkammer initiierte Gleichstellungsindex eine gerechte Verteilung dieser âCare-Arbeitâ:
- Fast 40 Prozent der teilzeiterwerbstÀtigen Frauen geben an, wegen Kinderbetreuung oder Pflege Àlterer oder erkrankter Familienmitglieder ihr Stundenvolumen nicht erhöhen zu können. In der Altersgruppe von 30 bis 44 Jahre liegt dieser Anteil sogar bei bis zu 45 Prozent.
- Die dauerhafte Mehrfachbelastung durch derartige âCare-Arbeitâ und die eigentliche BerufstĂ€tigkeit zwingt gerade Ă€ltere Frauen oft zu Stundenreduktionen.
- Weiters ist dies der Fall bei Frauen ohne Betreuungsverpflichtungen, aber in besonders belastenden Berufen. Genannt werden hier beispielsweise Pflege, Verkauf und der Sozialbereich.
- Laut Gleichstellungsindex ist eine gleichere Verteilung der unbezahlten TĂ€tigkeiten (neben der bezahlten Arbeit) wesentlich fĂŒr die finanzielle UnabhĂ€ngigkeit von Frauen. Auch im Hinblick auf die Absicherung im Alter ist gerechte Arbeitsteilung wichtig â Stichwort Pensionshöhe, denn Frauen bekommen mit Stand 2025 um rund 39,75 Prozent weniger Pension als MĂ€nner. Wie groĂ diese Schere 2026 ist, wird sich im Sommer beim Equal Pension Day (EPenD) zeigen.
Der Frauenausschuss des Ăsterreichischen StĂ€dtebundes hat anlĂ€sslich des Equal Care Day 2026 wieder ein Schwammtuch mit der Aufschrift â50 Prozent der unbezahlten Arbeit an die MĂ€nner!â und einen Infofolder herausgegeben. Beides ist im BĂŒro der stĂ€dtischen Frauenbeauftragten Claudia Glössl, MAS MSc MA (Alter Schlachthof, DragonerstraĂe 24, Zi. 04) erhĂ€ltlich.
Frauenreferentin VizebĂŒrgermeisterin Christa Raggl-MĂŒhlberger: âCare-Arbeit ist eine unverzichtbare Leistung fĂŒr unsere Familien. Wenn wir diese Arbeit partnerschaftlich teilen, gewinnen alle: Frauen stĂ€rken ihre finanzielle UnabhĂ€ngigkeit, MĂ€nner ĂŒbernehmen selbstverstĂ€ndlich Verantwortung, und Kinder erleben Gleichberechtigung im Alltag. Der âEqual Care Dayâ ist eine Einladung, gemeinsam an einer fairen und zukunftsorientierten Aufteilung dieser wichtigen Aufgaben zu arbeiten.â
Bildtext:
V.l. VizebĂŒrgermeister Gerhard KroiĂ (i.V. BĂŒrgermeister Dr. Andreas Rabl), Frauenreferentin VizebĂŒrgermeisterin Christa Raggl-MĂŒhlberger, Frauenbeauftragte Claudia Glössl, MAS MSc MA sowie Mag. Martin Pantlitschko (Leiter Abteilung Soziales) mit dem Equal Care Day-Infomaterial.
Bildhinweis: Stadt Wels (bei Nennung Abdruck honorarfrei).