Hilfe im Tiernotfall!
In Notfällen oder wenn Sie ein Tier gefunden haben, stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Sie erreichen uns von Montag bis Samstag jeweils von 08:00 bis 17:00 Uhr. Bitte beachten Sie jedoch, dass das Tierheim Arche Wels keine eigene Tierrettung hat, wodurch wir zu keinen Einsätzen ausrücken können.
Sollten Sie daher Hilfe vor Ort benötigen oder wir nicht erreichbar sein, wenden Sie sich bitte an:
- die Tierhilfe Gusental (oberösterreichweit im Einsatz)
- die Feuerwehr oder Polizei; in der jeweils zuständigen Gemeinde
Bitte beachten Sie auch die folgenden Informationen für klassische Notfallsituationen:
Igel in Not
Generell ist es verboten, geschützte Arten – und dazu zählt auch der heimische Igel – aus der Natur zu entnehmen. Hilfe benötigen nur verletze und kranke Igel, verwaiste Igelsäuglinge und untergewichtige Igel, die nach Wintereinbruch (bei Dauerfrost und/oder Schnee) noch unterwegs sind.
Gesunde Igel können ab einem Gewicht von 500-700 Gramm alleine in den Winterschlaf fallen. Im Frühjahr, Sommer und auch während der warmen Herbstmonate, finden sie ausreichend Nahrung, um an Gewicht zuzulegen. So stehen Käfer, Würmer diverse Larven, Schnecken, Spinnen und Tausendfüßler auf ihrem natürlichen Speiseplan. Damit schlagen sie sich die Bäuche voll und haben so genug Winterspeck, um die kalten Monate zu überstehen.
Aufgrund der länger werdenen Sommer kommt es jedoch zu zwei Phänomenen:
Einerseits sind gesunde, erwachsene Igel aufgrund der warmen Temparaturen immer länger unterwegs, um Futter zu suchen. Nicht unbedingt, weil sie in Not sind, sondern vielmehr, weil es sich anbietet. Solange es keinen Dauerfrost gibt, brauchen diese Igel keine Hilfe von uns!
Andererseits werfen Igelmütter im Herbst vermehrt einen zweiten Wurf an Igelbabys. Wird es dann im Herbst früh frostig (je nach Wetterlage ab Ende September/Anfang Oktober möglich), finden diese Igelbabys nicht mehr genügend Futter, um sich auf den bevorstehenden Winterschlaf vorzubereiten. Jungtiere mit einem Gewicht unter 300 Gramm (sowie bei Dauerfrost auch erwachsene Tiere unter 500 Gramm) benötigen dann unsere Hilfe.
Ist der Igel somit verletzt, krank oder für die Jahreszeit untergewichtig, so sollten Sie ihm helfen und ihn zu einer Igelauffangstation oder einem Tierarzt bzw. einer Tierklinik bringen.
Verwenden Sie zum Hochnehmen des Igels bitte immer Handschuhe oder ein Handtuch, denn sie sind sehr stachelig und picksig. Am Besten ist, wenn Sie den Igel dann in einem ausrangierten Kaninchenkäfig unterbringen. Als Untergrund eignen sich sehr gut Hanfspäne. Zudem benötigt der Igel ein Häuschen (zum Beispiel aus Karton), um sich zu verstecken und zu schlafen. Bieten Sie dem Igel Wasser und Futter (wie unten beschrieben) in standfesten Schüsseln an.
Handelt es sich um einen erwachsenen Igel mit ausreichendem Gewicht (ab 600 Gramm), der trotz Dauerfrost und/oder Schnee bei Ihnen im Garten unterwegs ist, dann können Sie ihn mit frischem Wasser und einem zusätzlichen Futterangebot (siehe unten) sowie einer trockenen Unterschlupfmöglichkeit in einem ruhigen Eck des Gartens unterstützen. Es ist durchaus üblich, dass Igel ihren Winterschlaf unterbrechen, wenn sie der Hunger überkommt. Sobald der Bauch vollgeschlagen ist, kehren sie jedoch zurück in ihren Unterschlupf und schlummern genüsslich weiter.
- Nur verletzte bzw. kranke Tiere oder verwaiste Igelsäuglinge brauchen Hilfe durch eine Igelauffangstation oder einen Tierarzt.
- Nach Wintereinbruch (bei Dauerfrost und/oder Schnee) benötigen zudem auch untergewichtige Igel (weniger als 500g) Unterstützung.
- Ab einem Gewicht von 600 Gramm kann der Igel nach Wintereinbruch im Garten bleiben und dort weiterbetreut werden.
- Helfen kann ich mit zusätzlichem Futterangebot – zum Beispiel Katzennassfutter und Katzentrockenfutter, gekochten Hühnerhälsen oder –herzen, lebendigen Mehlwürmern und Eierspeise.
- Laubhaufen und Schutzhäuschen in einer Ecke des Gartens unterstützen den Igel ebenfalls.
- Bei Unklarheiten Kontakt mit einer Igel-Auffangstation aufnehmen.