Schwierige Personalsituation an Welser Pflichtschulen: Wels unterstützt mit Maßnahmenpaket
Im laufenden Schuljahr 2025/2026 werden dort rund 4.800 Schüler von etwa 600 Lehrkräften unterrichtet. Für diese Schulen fungiert das Land Oberösterreich als Dienstgeber. Die Personaladministration erfolgt über die Bildungsdirektion OÖ.
Der schulische Alltag ist für die Schulleiter und das Lehrpersonal mit erheblichen Herausforderungen verbunden: Neben dem allgemeinen Lehrermangel führen auch zeitintensive Elterngespräche, ein wachsender Anteil von Kindern mit unzureichenden Deutschkenntnissen, steigender sonderpädagogischer Förderbedarf sowie vermehrte Verhaltensauffälligkeiten zu einer zusätzlichen Belastung. Diese Entwicklungen sind nicht nur in Wels, sondern insbesondere in städtischen Ballungsräumen spürbar, treffen die Welser Schulen jedoch in besonderer Intensität.
Ein Blick auf die aktuelle Personal-Bedarfslage unterstreicht diese Entwicklung: Für das Schuljahr 2026/2027 werden derzeit in Oberösterreich insgesamt 490 Lehrkräfte gesucht. Davon entfallen 91 Stellen – und damit rund 19 Prozent – allein auf die Welser Pflichtschulen. Besonders betroffen ist der Volksschulbereich, in dem 65 der ausgeschriebenen Stellen zu besetzen sind. Aufgrund der Basis der Lehrkräfte im Schuljahr 2025/2026 werden im Schuljahr 2026/2027 rund 15 Prozent der Lehrkräfte fehlen. Diese Zahlen verdeutlichen, wie herausfordernd sich die Personalsuche gestaltet.
Vor diesem Hintergrund setzt die Stadt als Schulerhalterin gezielt Maßnahmen, um das bestehende Lehrpersonal zu entlasten, langfristig an den Standort zu binden und gleichzeitig neue Lehrkräfte zu gewinnen. Ziel ist es, die Attraktivität des Arbeitsplatzes Schule in Wels nachhaltig zu stärken.
Maßnahmenpaket der Stadt Wels
Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird ein umfassendes Maßnahmenpaket umgesetzt, für das jährlich rund 80.000 Euro aus dem städtischen Budget vorgesehen sind. Bereits im heurigen Sommer startet ein erstes Zeichen der Wertschätzung mit einem gemeinsamen Mitarbeiterfest am Mittwoch, 8. Juli für das gesamte Schulpersonal. Ergänzend dazu werden ab dem heurigen Herbst regelmäßige Veranstaltungen (wie beispielsweise ein Kinoabend) organisiert, um den Zusammenhalt zu fördern und den Lehrkräften zusätzliche Anerkennung entgegenzubringen.
Auch im fachlichen Bereich setzt die Stadt Wels verstärkt auf Unterstützung: Zusätzliche Budgets für Fortbildungen von Lehrern und Schulleitern (Organisation durch die Bildungsdirektion OÖ, Kostenübernahme durch die Stadt Wels) sowie für Leiterdienstbesprechungen ermöglichen eine qualitative Weiterentwicklung und bessere Rahmenbedingungen im Schulalltag. Gleichzeitig werden die Schulbudgets deutlich erhöht, um Aktivitäten wie Teambuilding, gemeinsame Veranstaltungen oder schulinterne Initiativen zu erleichtern. Die Schulleitungen und Pädagogen werden in Kürze über die Details des Maßnahmenpakets informiert.
Neben diesen personalbezogenen Maßnahmen investiert Wels auch weiterhin massiv in die schulische Infrastruktur. In den kommenden Jahren sind insgesamt rund 26,6 Mio. Euro vorgesehen – davon etwa 20 Mio. Euro für den Neubau der Volksschule 10 Wels-West sowie rund 6,6 Mio. Euro im Rahmen eines umfassenden Schulsanierungskonzepts. Damit werden nicht nur moderne Lernumgebungen für die Schüler geschaffen, sondern auch die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte nachhaltig verbessert.
Insgesamt verfolgt die Stadt einen klaren Ansatz: Trotz angespannter Personalsituation sollen durch gezielte Investitionen und unterstützende Maßnahmen attraktive Rahmenbedingungen geschaffen werden, um qualifiziertes Lehrpersonal zu halten und neue Kräfte für den Schulstandort zu gewinnen.
Zitate
Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „In Wels droht ein Lehrermangel. Derzeit fehlen für das Schuljahr 2026/2027 noch 91 Lehrkräfte, das sind rund 15 Prozent des gesamten in Wels in den Pflichtschulen unterrichtenden Personals. Wir werden daher aktiv, und wollen mit dieser Aktion Wels als Arbeitsort für Lehrkräfte attraktiver machen – und damit auch allen Unterrichtenden danke sagen.“
Walter Leberbauer-Ganzert, BEd: „Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulleiterinnen und Schulleiter leisten in den Welser Schulen, unter besonders herausfordernden Bedingungen, ausgezeichnete Arbeit. Dafür braucht es gute Arbeitsbedingungen sowie die gebührende Wertschätzung. Als Personalvertretung begrüßen wir daher die Initiative der Stadt Wels, die darauf ausgerichtet ist, der derzeit sehr angespannten Personalsituation, auch im Sinne unserer Schülerinnen und Schüler, entgegenzuwirken, um den Standort insgesamt attraktiver zu gestalten.“