Rechnungsabschluss 2025 mit 24,7 Mio. Euro Überschuss
Dies ist möglich, obwohl es bei der Stadt Wels zu Mindereinnahmen bei eigenen Steuern und Abgaben (im Wesentlichen Kommunalsteuer rund - 4,8 Mio. Euro und Gebrauchsabgabe rund - 2,1 Mio. Euro) und bei Ertragsanteilen (rund - 2,4 Mio. Euro) sowie zu Mehrausgaben beim Sachaufwand (ohne Vergütungen) kam. Gleichzeitig gab es jedoch Mehreinnahmen im Transferbereich, bei den Finanzerträgen und den sonstigen Einnahmen sowie Minderausgaben im Personal- und Transferbereich.
Durch die positiven Rechnungsabschlüsse in den vergangenen Jahren konnten solide Rücklagen aufgebaut werden. Ein Teil dieser Mittel fließt nun in die Finanzierung der sich in Umsetzung befindlichen Großprojekte – wie Messehalle 22, Volksgarten Neu und Landesgartenschau 2027. Der Differenzbetrag der Einnahmen und Ausgaben der operativen Gebarung („Betriebsergebnis“) ergibt einen Überschuss von 24,7 Mio. Euro im Rechnungsabschluss 2025 der Stadt Wels. Das Ergebnis (siehe Grafik unten) liegt damit um rund 17,0 Mio. Euro über dem Budgetansatz.
Zentrale Ergebnisse Rechnungsabschluss 2025
Der Rechnungsabschluss 2025 stellt den fünften städtischen Abschluss gemäß der VRV (Voranschlags- und Rechnungsabschlussverordnung) 2015 dar. Das Haushaltsbuch der Stadt teilt sich in integrierten Ergebnis-, Finanzierungs- und Vermögenshaushalt. Damit ist eine direkte Vergleichbarkeit mit der Privatwirtschaft und Aussagen über die Stabilität der öffentlichen Finanzen möglich.
Zusammenfassend lässt sich Folgendes festhalten: Es hat aufgrund der umfangreichen Investitionstätigkeit der Stadt Wels und der Veranlagung von Finanzmitteln bei der Holding Wels GmbH in Höhe von 18,5 Mio. Euro ein Abgang an liquiden Mitteln von rund 11,9 Mio. Euro im Vergleich zum Endstand des Vorjahres stattgefunden, davon minus 17,9 Mio. Euro aus der voranschlagswirksamen Gebarung und plus 6,0 Mio. Euro aus der voranschlagsunwirksamen Gebarung.
Dies ist im Vergleich zum Voranschlag 2025 im operativen Bereich insbesondere begründet durch Mehreinnahmen in Höhe von 9,8 Mio. Euro und Einsparungen im Ausgabenbereich in Höhe von 7,7 Mio. Euro (jeweils ohne Vergütungen). Der Geldfluss der investiven Gebarung liegt um 20,7 Mio. Euro über dem Voranschlagswert (ohne Vergütungen). Dies ist im Wesentlichen bedingt durch die Veranlagung von Finanzmittel bei der Holding Wels GmbH in Höhe von 18,5 Mio. Euro. Anmerkung: Würde man diese Veranlagung nicht berücksichtigen, würde sich trotz des hohen Investitionsvolumens ein positiver Geldfluss der voranschlagswirksamen Gebarung von 0,6 Mio. Euro ergeben.
Im Rechnungsjahr 2025 konnte die Stadt Wels ein Nettoergebnis (Gewinn) in der Höhe von 8,6 Mio. Euro erwirtschaften. Dies zeigt somit eine Verbesserung um rund 3,5 Mio. Euro im Vergleich zum Voranschlag.
Der Anstieg des Nettoergebnisses resultiert zum einen aus Mindererträgen in der Höhe von rund 2,7 Mio. Euro, zum anderen aus der Verminderung der Aufwendungen in der Höhe von rund 6,2 Mio. Euro. So konnten beispielsweise beim Personalaufwand rund 5,3 Mio. Euro und beim Sachaufwand rund 1,6 Mio. Euro an Einsparungen verzeichnet werden.
Das Nettovermögen (Eigenkapital) erhöhte sich von 361,0 Mio. Euro um insgesamt 40,0 Mio. Euro auf 401,0 Mio. Euro.
Eckdaten „Finanzierungshaushalt“
Ertragsanteile: Hier gab es von 2024 auf 2025 einen Anstieg von 2,7 Mio. Euro, das ist ein Plus von 2,5 Prozent.
Eigene Abgaben und Gebühren: Als Hauptposition in diesem Topf ist die Kommunalsteuer anzusehen. Dafür wurden 2025 insgesamt 56,4 Mio. Euro gegenüber 2024 mit 56,3 Mio. Euro eingenommen. Das entspricht ohne Berücksichtigung der Kommunalsteuerweiterleitung an den voralpenbusinesspark einen Anstieg von 0,2 Prozent.
Einnahmen aus Leistungen und sonstige Einzahlungen: Hier finden sich verschiedene privatrechtliche Entgelte (Kindergärten, Horte, Frei- und Hallenbad, Seniorenheime, Friedhof, Theater etc.), Mieteinnahmen, Kostenersätze für Sozialhilfe etc. Beispiele für Einnahmen aus Leistungen sind verschiedene Kostenersätze für die Sozialhilfe (13,5 Mio. Euro), Entgelte für Abfalldeponierungen (2,9 Mio. Euro) oder Betreuungsbeiträge für Erziehungshilfe (1,5 Mio. Euro). Beispiele für sonstige Einzahlungen sind Mieten/Wohngebäude (1,2 Mio. Euro) und Raumordnungsverträge (1,7 Mio. Euro).
Laufende Transfers: Zahlungen des Landes für die Kindergärten und Horte (8,4 Mio. Euro), Strafgelder nach StVO (1,9 Mio. Euro), Ersätze des Bundes für nichtabziehbare Vorsteuern im Gesundheits- und Sozialbereich (2,3 Mio. Euro, die sich zudem auch bei den Sachausgaben niederschlagen), der Zweckzuschuss nach dem Pflegefondsgesetz (7,2 Mio. Euro) oder der Zweckzuschuss für Pflegeregress (1,9 Mio. Euro) sind hier wesentliche Größen.
Auszahlungen der operativen Gebarung
Personalaufwand: Dieser erhöht sich um rund 4,4 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr.
Sachaufwand (bereinigt um interne Vergütungen): Fremde Altersheime mit Thalheim (9,6 Mio. Euro), Heimunterbringungen für Erziehungshilfe (4,9 Mio. Euro), Mietzinse (5,6 Mio. Euro), Instandhaltungen (4,0 Mio. Euro), Energie (Strom, Gas ,Wasser, Wärme; 4,9 Mio. Euro), Entgelte für Abfallentsorgung samt Sperrmüll (3,2 Mio. Euro), Schulerhaltungs- und Gastschulbeiträge für Pflicht- und Sonderschulen sowie berufsbildende Pflichtschulen (2,0 Mio. Euro), Zahlungen für nichtabziehbare Vorsteuern im Gesundheits- und Sozialbereich (3,0 Mio. Euro, siehe auch Einnahmen für laufende Transfers) etc.
Laufende Transfers: Wesentlich sind bei diesen Transferzahlungen jene an das Land Oberösterreich. In Summe ohne Landesumlage haben sich diese um 3,6 Mio. Euro auf 44,4 Mio. Euro erhöht. Im Jahr 2024 waren es noch 40,8 Mio. Euro. Die wichtigsten Transfers an das Land Oberösterreich sind der Krankenanstaltenbeitrag mit 29,4 Mio. Euro (2024: 27,0 Mio. Euro), der Beitrag nach dem Chancengleichheitsgesetz mit 11,3 Mio. Euro (2024: 10,5 Mio. Euro) und die an die Ertragsanteile gebundene Landesumlage mit 9,9 Mio. Euro (2024: 9,8 Mio. Euro).
In den laufenden Transfers sind auch die Subventionen enthalten: Gemeinsam für Pflicht- und Ermessenssubventionen ergaben sich 2025 Ausgaben von 15,1 Mio. Euro gegenüber 13,9 Mio. Euro 2024. Hier ist zum Beispiel die Abgangsdeckung für die privaten Kindergärten enthalten, wofür vergangenes Jahr insgesamt 5,8 Mio. Euro aufgewendet wurden. Im Jahr 2024 waren es 4,8 Mio. Euro.
Schwerpunkte „Investiver Haushalt“
Im Jahr 2025 belaufen sich die Einzahlungen aus Investitionstätigkeit auf 5,7 Mio. Euro, die Auszahlungen im Rahmen der investiven Gebarung auf 46,7 Mio. Euro, davon 18,5 Mio. Euro Veranlagung von Finanzmitteln bei der Holding Wels GmbH.
Investitionen
Die größten Projekte 2025 waren der Neubau der Messehalle 22 (Investitionszuschuss an Holding Wels GmbH), die Errichtung des neuen Volksgartens (Investitionszuschuss an Volksgarten Wels GmbH & Co KG) und die Attraktivierung von Parkanlagen, Investitionen in die Kinderbetreuung, die neue Grünbachendversickerung, Zuschüsse an Welser Sportvereine, der Gemeindestraßenbau und der Bau neuer Radwege und neue Fahrzeuge im Bereich Kommunale Dienste und Feuerwehr.
Schulden weiter gesenkt
Der Schuldenstand entwickelt sich sehr positiv und beläuft sich zum Rechnungsabschluss 2025 auf 4,2 Mio. Euro, das sind um 1,7 Mio. Euro weniger als 2024. Die Hochrechnung für 2026 ergibt einen voraussichtlichen Schuldenstand von 3,2 Mio. Euro und setzt diesen positiven Trend weiterhin fort.
Eckdaten „Ergebnishaushalt“
Die Stadt Wels weist zum Rechnungsabschluss 2025 ein positives Nettoergebnis von 8,6 Mio. Euro auf. Wesentliche Unterschiede zum Finanzierungshaushalt ergeben sich durch die Bildung von Rückstellungen im Sozialkapitalbereich (inklusive Pensionen) und der Berücksichtigung von Abschreibungen in Verbindung mit der Auflösung von Investitionszuschüssen (Kapitaltransfers).
Nicht finanzwirksame Erträge: Die Rückstellungsauflösungen betragen rund 10,0 Mio. Euro und betreffen zum Großteil das Sozialkapital (Pensionen, Abfertigungen, Jubiläumsgeldzuwendungen, Urlaub). Auf die Pensionen entfallen dabei 7,9 Mio. Euro. Die Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen (Kapitaltransfers) belaufen sich auf rund 2,7 Mio. Euro.
Nicht finanzwirksame Aufwendungen: Der Aufwand für die Dotierung der Personalrückstellungen (Abfertigungen, Jubiläum, Urlaub etc.) beträgt rund 2,0 Mio. Euro, der nicht-finanzwirksame Sachaufwand rund 10,4 Mio. Euro, planmäßige Abschreibungen des Anlagevermögens rund 10,1 Mio. Euro.
Rücklagenbewegungen: Saldiert werden aufgrund des negativen voranschlagswirksamen Geldflusses (Finanzierungshaushalt) in der Ergebnisrechnung Rücklagen in Höhe von rund 17,9 Mio. Euro aufgelöst. Der Rücklagenstand beträgt zum Jahresende 2025 rund 90,5 Mio. Euro.
Zitat
Finanzreferent Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Die angesparten Rücklagen helfen uns, Projekte wie den Neubau der Messehalle, die Neugestaltung des Volksgartens und Investitionen in den Bildungsbereich zu finanzieren. Dadurch kommen wir dem Ziel, Wels zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Österreich zu machen, wieder einen Schritt näher.“
Im Bild (v.l.):
Mag. Ekkehard Hamader (Dienststellenleiter Stadtbuchhaltung), Finanzreferent Bürgermeister Dr. Andreas Rabl und Finanzdirektor Ing. Mag. Christoph Barth.
Bildhinweise: Stadt Wels (bei Nennung Abdruck honorarfrei)