Wels fördert Kulturgäste-Nachwuchs
Rückblick Saison 2025/2026
Mit einer Gesamtauslastung von etwas mehr als 56 Prozent und rund 10.500 Besuchern schloss die Spielzeit 2025/2026 leicht unter dem Ergebnis der Saison davor ab (rund 61 Prozent und rund 12.000 Besucher). Am besten ausgelastet war nach Sparten bei den Konzerten die Reihe Jeux in den Minoriten mit mehr als 87 Prozent. Auf den höchsten Wert beim Theater kam der Bereich Crossover im Stadttheater mit nicht ganz 61 Prozent. Die Veranstaltung mit der höchsten Auslastung war bei den Konzerten das Gastspiel von Faltenradio in den Minoriten mit nahezu 100 Prozent und beim Theater das Udo Jürgens-Tribute „Merci Cherie – Danke Udo“ mit etwas mehr als 97 Prozent.
Jugend am Start!
In den Saisonen 2026/2027 und 2027/2028 können Welser Schulklassen Abendvorstellungen sowohl im Theater- als auch im Konzertabonnement kostenlos besuchen. Darüber hinaus können Schüler, Studenten, Präsenz- und Zivildiener, Ausgleichszulagenbezieher und Inhaber eines Behindertenpasses alle Vorstellungen um 1 Euro besuchen. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag, 27. April – wie berichtet – einstimmig beschlossen.
Mit dieser Initiative werden übrigens zwei zentrale Punkte aus dem seit 2020 gültigen Kulturleitbild der Stadt Wels berücksichtigt und umgesetzt:
„Die Stadt Wels setzt sich zum Ziel, die Zugänge zu Kunst und Kultur für alle Bevölkerungsgruppen so einfach wie möglich zu gestalten.“
„Die Stadt Wels setzt sich dafür ein, das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Kunst und Kultur zu wecken.“
Der Jugendtheaterspielplan mit seinen Vormittagsvorstellungen für Kindergärten, Volks- und Mittelschulen wurde auch für 2026/2027 wieder gemeinsam mit der Initiative PUK – Pädagogik und Kunst (Verein Junges Theater Wels) erstellt. Auch in diesem Punkt war sich am Montag, 27. April der gesamte Gemeinderat einig und fasste einen einstimmigen Beschluss.
Die Zusammenarbeit mit dem Jungen Theater des Landestheater Linz wurde mit gleich zwei Produktionen deutlich intensiviert: In der „Reise zum Mittelpunkt des Waldes“ macht sich am Freitag, 20. November ein Entdecker aus der Stadt auf, eine mystische Kreatur im Wald zu suchen. In „Troja! Blinde Passagiere im Trojanischen Pferd“ treffen sich am Dienstag, 15. Juni nächsten Jahres zwei Kinder aus unterschiedlichen Lagern im Inneren des Trojanischen Pferdes und verhandeln die Frage, warum sich ihre Völker eigentlich gegenseitig die Köpfe einschlagen.
Die zweite Besonderheit im Jugendtheaterspielplan ist „Ronja Räubertochter“ als Eigenproduktion des Jungen Theater Wels. Die berühmte Geschichte von Astrid Lindgren über die Überwindung von Feindschaft und die Suche nach Hoffnung wird im kommenden Jahr am Montag, 28. und Dienstag, 29. Juni jeweils zwei Mal von einem großen Ensemble auf die Stadttheater-Bühne gebracht. Für die Inszenierung zeichnet einmal mehr PUK-Initiatorin Gabriele-Kirsten Lutz verantwortlich.
Was soll Theater bewirken?
Diese Frage stellen sich die zuständigen Mitarbeiter der Dienststelle Kultur und Wissen bei der Programmgestaltung natürlich Saison für Saison immer wieder. Oft erklingt dabei der Tenor, dass das Publikum unterhalten werden will – wobei Unterhaltung nicht zwingend Belustigung bedeuten muss.
Doch für Unterhaltung mit Lachgarantie ist auch in dieser Saison mehrfach gesorgt: Mit der „Lachnacht“ findet sich am Donnerstag, 8. Oktober erstmals eine Comedyshow im Theaterspielplan. Und mit „Achtsam Morden durch bewusste Ernährung“ kommt am Dienstag, 1. Dezember eine Fortsetzung der Erfolgsproduktionen um den Rechtsanwalt Björn Dimmel wieder in das Stadttheater Greif.
Im Schauspielbereich wurden drei ganz besondere Termine mit Weiterspielen Productions aus Berlin programmiert: Diese Initiative lässt unter dem Motto „Wir retten Theater – ein zweites Leben für die besten Inszenierungen!“ bereits abgespielte Produktionen renommierter Theaterhäuser neu aufleben und entwickelt mit den jeweiligen Schauspielern tourneetaugliche Formate:
Gleich zum Auftakt – nämlich am Freitag, 2. Oktober – kommt „Karpatenflecken“ von Thomas Perle in das Greif. In diesem preisgekrönten Stück aus dem Deutschen Theater Berlin treffen drei Generationen in einem großen historischen Bogen über die deutsch-österreichisch-ungarisch-rumänische Geschichte aufeinander, mit dabei ist Shooting-Star Julia Windischbauer. Am Vorabend der Aufführung – also am Donnerstag, 1. Oktober – veranstaltet der Verein der Siebenbürger Sachsen Wels im Herminenhof einen Infoabend zu historischen Bezügen im Stück.
Mit dem Thomas Bernhard-Klassiker „Alte Meister“ in der Fassung des Volkstheaters Wien werden Lukas Holzhausen und Rainer Galke im kommenden Jahr am Montag, 19. April auf der Bühne des Stadttheaters Greif gastieren.
Außerhalb der Abonnements wird das Elfriede Jelinek-Stück „Rechnitz – Der Würgeengel“ in einer Aufführung des Schauspielhauses Zürich gezeigt. In diesem Einpersonenstück wird das Massaker von 1945 auf Schloss Rechnitz an jüdischen Zwangsarbeitern aus Sicht einer Botin verhandelt. Diese Theatersensation wird am und nach dem Gedenktag der Reichpogromnacht – also am Montag, 9. und Dienstag, 10. November – in den Minoriten aufgeführt.
Mit großen Namen wartet auch das Crossover-Abonnement auf: Mit „The James Brown Experience – A Tribute To The King Of Funk” am Freitag, 23. Oktober und “CHAKA – The Music Of Chaka Khan” nächstes Jahr am Freitag, 15. Jänner kommt Pop-Konzertstimmung ins Greif. Ebendort werden das Burgtheater und das Volkstheater in Person von Gerti Drassl, Michael Maertens und Daniel Keberle am Mittwoch, 21. April des kommenden Jahres eine Lesung mit Musik von Arthurs Schnitzlers „Reigen“ – bei seiner Erscheinung bekanntlich ein „Skandalstück“ – auf die Bühne bringen.
Im Musiktheaterbereich kommt es erstmals – und hoffentlich nicht zum letzten Mal – zu einer Zusammenarbeit mit den Operettenfestspielen Bad Hall. „Giuditta“ von Franz Lehár wird in der Inszenierung von Thomas Kerbl und mit Walter Rescheneder am Dirigentenpult gleich zweimal im Greif aufgeführt werden: Nämlich am Freitag, 16. und Sonntag, 18. Oktober. Mit „Titanic“ kommt zudem großes Musical in das historische Welser Stadttheater: Nicht der Film, sondern Einzelschicksale der Tragödie stehen am Samstag, 14. November im Mittelpunkt des preisgekrönten Hits.
Als Bonusvorstellung können sich alle Theaterabonnenten am Freitag, 11. Dezember passend zum herannahenden Weihnachtsfest auf „Leise rieselt der Schmäh“ freuen: Diese musikalische Lesung werden Wolfgang Böck, Petra Linecker und Martin Gasselsberger gemeinsam bestreiten.
Konzerte mit „Nachklängen“
„Nachklänge“ lautet das Motto der 23. Welser Abonnementkonzerte unter der Intendanz von Helmut Schmidinger. Diese sind wieder in Orchesterkonzerte, zeitgenössische und klassische Kammermusik (beide wieder mit kurzen Vorkonzerten „Preludio al Concerto“ mit Schülern und Absolventen der Landesmusikschule Wels als direkte Verbindung zwischen Jung und Arriviert) sowie Jeux gegliedert.
Den Auftakt der Orchesterkonzerte macht wie 2025/2026 die Württembergische Philharmonie unter Nicolas André am Dienstag, 10. November: Werke von Gabriel Fauré, Henri Dutilleux und Helmut Schmidinger (österreichische Erstaufführung) stehen der Sinfonie Nr. 1 von Ludwig van Beethoven gegenüber. Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien wird mit Neo-Chefdirigent Markus Poschner und Werken von Sergei Prokofjew und Johannes Brahms nächstes Jahr am Dienstag, 6. April gastieren. Weltstar-Feeling kommt anschließend mit der Berliner Lautten Compagney am Freitag, 4. Juni auf: Tenor Rolando Villazón wird als Solist auf der Bühne stehen und durch das Programm führen!
In der Reihe der zeitgenössischen Kammermusik kommt es zu Beginn zum Aufeinandertreffen von Lokalmatadoren und internationalen Stars: Das AlFa Duo mit Fabian Homar und Aleksandar Georgiev-Hofer am Schlagwerk spielt mit dem Klavierduo Ferzan und Ferhan Önder Werke von Fazil Say, Philip Glass und Steve Reich. Aufgrund der Opulenz der Besetzung findet dieses Konzert am Montag, 5. Oktober im Stadttheater statt, alle anderen Termine der Reihe bleiben in der Landesmusikschule.
Die Reihe der klassischen Kammermusik wird von Ars Antiqua Austria & Salzburger Lautenconsort am Montag, 2. November in den Minoriten eröffnet: Eine nachklingende Reise mit fast unbegrenzten Möglichkeiten der Präsentation von Gefühlsregungen, welche die Meister der alten Musik boten. Auch diese Reihe wechselt einmal in das Stadttheater Greif: Auf Wunsch des Baritons Raphael Fingerlos wird dort im kommenden Jahr am Freitag, 16. April Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ zur Aufführung gebracht. Schauspielerin Gerti Drassl wird zu diesem Anlass übrigens ein zweites Mal in dieser Saison vor Ort sein und die nicht vertonten Texte von Wilhelm Müller rezitieren.
Musik aus allen Richtungen bietet schließlich wieder die Reihe Jeux – und zwar nächstes Jahr gleich zweimal im Stadttheater: Die Supergroup Philharmonix aus Mitgliedern der Wiener und Berliner Philharmoniker wird ihre Musik am Mittwoch, 31. März virtuos, humorvoll und mit ansteckender Leidenschaft für gute Musik darbieten. Das Ensemble Federspiel vertont in „Wir & Jetzt“ die großen Fragen unserer Tage. Am Donnerstag, 22. April verzichtet das siebenköpfige Bläserensemble auf marktschreierischen Habitus und setzt dafür auf zum Nachdenken anregende und berührende Kompositionen.
Beim Bonuskonzert wird die Österreichisch-Ungarische Haydnphilharmonie am Freitag, 27. November alle Abonnenten mit Arcangelo Corelli, Franz Schubert und Johannes Brahms verwöhnen.
Infos und Karten
Alle Abonnements für Theater und Konzerte sind ab sofort unter Tel. +43 7242 235 5520 oder 7040 sowie per E-Mail unter kultur@wels.gv.at verfügbar. Unter diesen Kontaktdaten gibt es auch nähere Infos von den Mitarbeitern der Dienststelle Kultur und Wissen. Sämtliche Abos sind auch im Webshop unter stadtwels.jetticket.net buchbar. Spezialtipp: Das Abonnement 10/32 bietet die Möglichkeit, zehn Highlights aus Theater und Konzert samt den beiden Bonusvorstellungen auszuwählen!
Der Verkauf der Einzelkarten startet am Montag, 27. Juli am Infopoint im Amtsgebäude Greif (Rainerstraße 2) oder via Webshop (siehe oben). An der jeweiligen Abendkassa gibt es gegebenenfalls Restkarten. Die vollständigen Theater- und Konzertspielpläne der Saison 2026/2027 sind samt Zusatzinformationen unter wels.at/kulturinwels unter dem Punkt „Kulturabonnements“ ersichtlich.
Zitat
Kulturreferentin Vizebürgermeisterin Christa Raggl-Mühlberger: „Auch in der Saison 2026/27 bieten die Theater- und Konzertspielpläne der Stadt Wels einen bunten Programmmix für alle Geschmacksrichtungen. Mit dem neuen Ein-Euro-Tarif setzen wir bewusst den Schwerpunkt auf niederschwelligen Zugang zu Kunst und Kultur, besonders für Kinder und Jugendliche. Mein herzlicher Dank gebührt Intendant Dr. Helmut Schmidinger für die sorgfältige Programmgestaltung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Veranstaltungsservice für die stets professionelle Umsetzung.“
Im Bild (v.l.):
Intendant Dr. Helmut Schmidinger, Kulturreferentin Vizebürgermeisterin Christa Raggl-Mühlberger und Stefan Haslinger (Dienststelle Kultur und Wissen).