Rabl: Schlechte Bildungsergebnisse fĂŒr Wels nicht hinnehmbar - das Land OĂ ist am Zug!
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass nicht nur Sprachdefizite fĂŒr das schlechte Abschneiden verantwortlich sind, sondern unterschiedliche familiĂ€re und soziale Voraussetzungen sowie unzureichende FörderkapazitĂ€ten.
Die Stadt Wels investiert bereits jetzt mit ĂŒber 50 SprachpĂ€dagoginnen Millionen in die sprachliche FrĂŒhförderung im Rahmen des Kindergartenbesuchs. Auch fĂŒr die Volksschulen braucht es jetzt ein umfassendes Förder- und UnterstĂŒtzungsprogramm durch die Bildungsdirektion bzw. das Land OĂ. Aus Sicht von BĂŒrgermeister Dr. Andreas Rabl kann es nĂ€mlich nicht hingenommen werden, dass Kinder in Welser Volksschulen schlechtere Bildungschancen haben als in anderen Bezirken.
Konkret sollten nach Meinung des Welser BĂŒrgermeisters mit der Bildungsdirektion bzw. dem Land OĂ folgende MaĂnahmen diskutiert bzw. umgesetzt werden:
1. Ursachenanalyse fĂŒr das unterschiedliche Abschneiden im Bildungskompass im Vergleich zu anderen Bezirken. DafĂŒr sollte die PĂ€dagogische Hochschule mit einem Forschungsauftrag als Experteninstanz zugezogen werden.
2. Sprachfeststellung im Rahmen des Eltern-Kind-Passes im dritten Lebensjahr, verbunden mit einem verpflichtenden Kindergartenbesuch fĂŒr alle Kinder mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen. FĂŒr diese MaĂnahme sollte sich auch das Land OĂ bei der Bundesregierung stark machen.
3. Es braucht eine gesetzliche Grundlage fĂŒr die Ăbergabe der im Rahmen des Kindergartenbesuchs erstellten Dokumentation, aus der sich die StĂ€rken und SchwĂ€chen jedes Kindes ergeben. Damit wird es auch fĂŒr die Volksschul-LehrkrĂ€fte leichter, gezielte UnterstĂŒtzungs- und Förderarbeit zu leisten.
4. Mehr UnterstĂŒtzungs- und SprachförderkrĂ€fte an den Welser Volksschulen. Die Auswertung zeigt eindeutig, dass mit dem bisherigen Personal die notwendige Förder- und UnterstĂŒtzungsarbeit an den Volksschulen nicht umgesetzt werden kann. Es braucht daher zusĂ€tzliches qualifiziertes Personal zur Entlastung der LehrkrĂ€fte.
5. Ausgebildete PĂ€dagogen fĂŒr Welser Volksschulen
Im FrĂŒhjahr war ersichtlich, dass an den Volksschulen noch 65 LehrkrĂ€fte fehlen. In vielen Bereichen hat man Abhilfe durch quereinsteigendes Personal geschaffen. Diesem Personal fehlt es jedoch manchmal an der notwendigen pĂ€dagogischen Ausbildung â insbesondere in einem derart schwierigen sozialen Umfeld. Die Stadt Wels braucht daher die besten LehrkrĂ€fte fĂŒr die Welser Volksschulen. Die Stadt Wels hat bereits ohne ZustĂ€ndigkeit ein eigenes Attraktivierungsprogramm fĂŒr Welser LehrkrĂ€fte umgesetzt. Die Bildungsdirektion sollte diesbezĂŒglich ebenfalls AktivitĂ€ten setzen.
6. Wels hat einen ĂŒberdurchschnittlich hohen Anteil an I-Kindern, die derzeit groĂteils in den bestehenden Klassen mitbetreut werden. Diese Kinder brauchen zu Recht hohe Aufmerksamkeit und UnterstĂŒtzung. Diese PersonalkapazitĂ€ten sind jedoch nicht vorhanden bzw. fehlen sie dann bei den anderen Schulkindern. Es wird daher der Neubau bzw. die VergröĂerungder SonderschulkapazitĂ€ten in Wels gefordert, um jedem Kind gleichermaĂen die notwendige UnterstĂŒtzung zuteil werden zu lassen.
7. Sanktionen bei fehlender Elternmitwirkung
Weiters ist es notwendig, dass das Land OĂ eine gesetzliche Grundlage fĂŒr Sanktionsmöglichkeiten gegenĂŒber Eltern schafft, die ihre Mitwirkungspflicht im schulischen Bereich verletzen. Diese Sanktionsmöglichkeit soll sowohl bei fehlender Mitwirkung im Zusammenhang mit dem Erlernen der deutschen Sprache sowie der Integration greifen und den Entzug der Kinderbeihilfe als Sanktionsmittel ermöglichen bzw. Geldstrafen vorsehen. Die damit lukrierten Mittel sollen fĂŒr die Einzelsprachförderung der Kinder herangezogen werden.
8. Begabtenförderung
Um eine Chancengleichheit fĂŒr alle Kinder zu ermöglichen, ist es auch nötig, besonders begabte Kinder zu fördern. Dies hat positive Effekte auf die gesamte Klassengemeinschaft. Auch fĂŒr diese Begabtenförderung sind zusĂ€tzliche PersonalkapazitĂ€ten zur VerfĂŒgung zu stellen.
Die oben genannten VorschlÀge sollen in den nÀchsten Monaten sowohl mit der Bildungsdirektion als auch mit dem Land Oberösterreich besprochen werden. Das Ziel ist ein konkretes Umsetzungskonzept verbunden mit einem Umsetzungszeitplan.
BĂŒrgermeister Dr. Andreas Rabl: âDie Ergebnisse des Bildungskompasses sind alarmierend. Das Land OĂ ist jetzt gefordert. Wir werden daher unverzĂŒglich GesprĂ€che mit der Bildungsdirektion und dem Land aufnehmen, um ĂŒber zusĂ€tzliche personelle und finanzielle Mittel zu verhandeln. Konkrete LösungsvorschlĂ€ge liegen am Tisch. Jetzt ist das Land OĂ als zustĂ€ndige Stelle gefordert.â