Welser Grünbach bekommt neue Endversickerung
Allgemeines
Im Welser Stadtgebiet versickern pro Jahr rund 9,5 Mio. Kubikmeter Oberflächenwasser. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Grundwasseranreicherung der Welser Heide und sichert im Zentralraum die Nutzung des Grundwassers für die Wasserentnahme, für thermische Nutzung (z.B. Betrieb von Wärmepumpen) sowie für die Objekt- und Prozesskühlung.
Der Grünbach entspringt laut DORIS (Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System, Infos: www.doris.at) in Gaspoltshofen (Bezirk Grieskirchen) und durchfließt mehrere Gemeinden im Bezirk Wels-Land. In Wels bewegt er sich im nördlichen Stadtgebiet (die Freizeitanlage Wimpassing wird nach wie vor für die Aufnahme der Grünbach-Hochwässer herangezogen). Nach rund 29 Kilometern versickert er im Bereich Marchtrenker/Niederlaaber Straße nördlich der A 25 Welser Autobahn.
Sickerbecken „Alt“ und „Neu“
Das dafür eigens angelegte Sickerbecken ging 2007 in Betrieb. Würde es weiterhin alleine betrieben werden, könnte es nur mehr wenige Jahre genutzt werden. Grund dafür ist, dass die notwendige regelmäßige Entfernung der Schweb- und Feinteile an der Beckensohle nur bis zum Erreichen eines Mindestabstandes zum Grundwasser möglich ist (ansonsten würde dieses verunreinigt werden).
Deshalb beschloss der Gemeinderat im vergangenen Dezember einstimmig den Grundstücksankauf für den Bau eines zusätzlichen Versickerungsbeckens in unmittelbarer Nähe zum derzeitigen. Der Preis dafür betrug rund 1,3 Mio. Euro, für die Errichtung sind weitere 1,4 Mio. Euro veranschlagt. Nach Fertigstellung sollen die beiden Becken wechselweise betrieben werden. Möglich wird das durch eine frische Naturkiesauflage im alten Becken, die beim Aushub des neuen gewonnen wird.
Nach der Einreichung der Projektunterlagen und den notwendigen Verhandlungen vergab der Stadtsenat zunächst im heurigen Juni einstimmig den Auftrag zur Baufeldfreimachung: Dafür musste eine 30 Kilovolt-Starkstromleitung auf einer Länge von rund 400 Metern unter die Erde verlegt und die bestehende Freileitung abgetragen werden. Die Kosten lagen bei brutto rund 150.000 Euro.
Im September beschloss der Stadtsenat schließlich ebenso einstimmig die Auftragsvergabe zur Errichtung des Sickerbeckens selbst. Dieses wird eine Fläche von rund 12.300 Quadratmetern, eine Tiefe von rund 6 Metern und ein Fassungsvolumen von rund 90.000 Kubikmetern haben. Dazu kommen ein Überleitungskanal (Länge rund 120 Meter, Durchmesser rund 1,2 Meter) sowie Ein- und Auslaufbauwerke. Hier beträgt das Volumen brutto rund 860.000 Euro.
Die Bauarbeiten können unmittelbar nach der noch ausständigen Zusage des Bundes und des Landes Oberösterreich für Fördermittel starten, realistischerweise also frühestens im heurigen November. Das abschnittsweise Ausheben des Beckens wird bei planmäßigem Verlauf insgesamt rund vier Monate dauern, die Errichtung des Überleitungskanals rund zwei Monate. Die gesamte Fertigstellung des Projektes „Grünbachversickerung Neu“ ist im Laufe des Jahres 2027 vorgesehen.
Zitate
Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Die Endversickerung ist für den Grundwasserpegel in der Welser Heide lebenswichtig. Mit der Erweiterung der Sickerflächen kann die Endversickerung für die nächsten Jahrzehnte sichergestellt werden.“
Stadtrat Ralph Schäfer, MSc (Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung): „Beim Wasser muss das Werkl rennen, und zwar in beide Richtungen. Das neue Sickerbecken am Grünbach erfüllt eine Doppelfunktion: Es nimmt das Wasser des Grünbaches kontrolliert auf, damit es bei Starkregen und Hochwasser nicht unkontrolliert dorthin fließt, wo es Schaden anrichtet. Gleichzeitig führen wir dieses Wasser gezielt dem Grundwasser der Welser Heide zu. Davon profitieren die Trinkwasserversorgung, die Betriebe mit ihrer Kühlung und alle, die mit Wärmepumpen heizen. Hochwasserschutz und Grundwasserschutz sind keine Gegensätze, sie gehören zusammen. Wasser, das wir sinnvoll versickern lassen, schützt uns heute und versorgt uns morgen.“
Bildhinweise: Stadt Wels (bei Nennung Abdruck honorarfrei).